Der Leichtsinn nimmt überhand .
Glasfaserige Hände steifen ihre Finger pfeilig von sich, die Manuküre hat alle Nägel dolchspitzig verschliffen, mit Kohlestaub bergwerkschwarz die Haut matt getarnt präpariert. Der Start zum Jungfernflug kann nicht mehr zurückgestellt werden, der Zwang ist zu drückend nach fünf mal ängstigem Klappern und Vibrieren und butterweichem Nervenkleid, dann tränender Abbruch der Übermütigkeit, dann Leid tut das Gefühl der Resignation und auch errötende Scham vor dem Publikum das ungebeten über die Gletscherspalten tanzend und schwarzhändig zuwinkt, aber damit den letzten Mutfunken pulverisiert. Jungfernhände stelzen stumm und zitternd auf einem nadelschmalem Felsobelisk, spannen die Muskeln der knisternden glasigen Flügel sich aufspannen bis zum letzten Flaumfederchen, die Bewegung des Fliegenkönnens immer genauer gelingen, windstossend und mutprallvoll heben die Schnauzen sich gegen die Sonnenblendung, der leichtsinnige Flug zum Fluchtpunkt ab.

Der Leichtsinn nimmt überhand .
2005 / Acryl auf Leinwand / 135 x 130 cm / 0118 / zurück zur Übersicht