Kaum zu fassen

Kaum zu fassen.
Windböen purzeln über das Gelände meiner unscheinbaren Heimat, deren Ichbezogenheit ihr buchstäblich aus dem Gesicht zu lesen ist, auch für die des Lesens Unkundige ist eine kleine Vermutung erkennbar. Diese ist zwar nur am Rande vermerkt, in Schrägschrift, durchwirkt von Goldfäden und durchlässigen Fremdstoffen aus allen Herren Ländern, daraus das süsse Ich entsteigen möchte wenn diese es wünschen, aber auch, nicht zu vergessen, eine balsamierte Keuschheit zweiten Grades, die fahle Gemüter aus ihrem unsicheren Gleichgewicht bringen könnte. Das will sie nicht. Diese Heimat möchte ungelesen dem Schein entkommen können, hinaus ins Grenzenlose, wo Schranken sich selbst aus dem Weg gehen, wo die Luft an Reinheit ihre eigenen Zähne ausbeisst ohne Schmerzen zu verbreiten.

Kaum zu fassen
2019
Acryl auf Leinwand / 50 x 45 cm / 0551 / zurück zur Übersicht