Ungewaschene Wolle.
Die Weichheit und das daraus emporsteigende Wohlge­fühl überwindet meinen Empfindungskoller. Die Lebenserwartung steigt, denkt es in meinem Kopf, der Tag
hat neu mehr als 24 Stunden, die Tageshelle wird zur Tagesheiterkeit. Die Nächte werden schwarz wie Dasein in einem fensterlosen Kohlekeller, aber ohne steinige Gerüche, ohne Staubaffektionen, nichts als Wonneapplikationen für Seele und Geist erhellen die Dunkelheit, die Tierliebe erreicht neue Höchstwerte und Ängste wegen beklemmender Unsichtbarkeit sind im Keime erstickt worden. Ich gerate ausser mir um meine Selbstliebe in der Ansicht zu erkennen, bis die Scheinheiligkeit ihre Weissheit meine Augen trifft, und die Hoffnung zwickt mich in den Arm und warnt vor einem Ende.

Ungewaschene Wolle.
2020 / Tusche auf Papier / 100 x 70 cm / LK0525-220115KY / zurück zur Übersicht